Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Thelesik. Er war flink und klug, und seine Augen leuchteten vor Neugier auf die ganze Welt.
Eines Tages ging Thelesik in den Wald, um Pilze und Beeren zu suchen. Da entdeckte er eine seltsame Hütte mit winzigen Fenstern. Vor der Hütte stand eine alte Hexe mit einer krummen Nase.
„Komm herein, Junge!“, rief die Hexe. „Hilf mir Holz hacken, und ich backe dir einen Kuchen!“
Thelesik wurde misstrauisch. Aber er ließ sich nichts anmerken und trat ein.
„Setz dich auf die Schaufel!“, befahl die Hexe. „Ich will sehen, ob du in den Ofen passt.“
Thelesik durchschaute den bösen Plan. Doch er bekam keine Angst, sondern dachte sich eine List aus.
„Oma, ich weiß nicht, wie man auf die Schaufel steigt“, sagte er unschuldig. „Zeig es mir bitte!“
Die Hexe stampfte mit dem Fuß auf. „Ach, du Dummkopf! So macht man das!“
Und sie plumpste selbst auf die Schaufel. Thelesik schob sie mit einem Ruck in den Ofen, knallte die Tür zu und rannte aus der Hütte.
Er lief durch den Wald und hörte ein Weinen. Unter einem Baum saß ein trauriges Mädchen.
„Warum weinst du?“, fragte Thelesik.
„Ich bin die Tochter der Hexe“, schluchzte das Mädchen. „Sie zwang mich, böse Dinge zu tun. Aber ich will nicht mehr.“
Thelesik überlegte kurz. „Komm mit ins Dorf!“, sagte er. „Dort wohnen gute Menschen. Sie bringen dir alles bei, was recht ist.“
Das Mädchen wischte sich die Tränen ab. Freudig gingen sie gemeinsam aus dem Wald.
Die Hexe war zwar aus dem Ofen entkommen, aber Thelesik war längst fort. Anfangs war sie wütend, doch dann dachte sie: „Vielleicht sollte ich aufhören, Leute zu erschrecken. Ich könnte doch im Wald Beeren verkaufen.“
So kam Thelesik mit einem vollen Korb voller Pilze nach Hause. Die Tochter der Hexe aber fand eine neue Familie im Dorf. Sie wurde eine tüchtige Hausfrau, die die besten Kuchen von weither buk, und sie dachte immer dankbar an Thelesik.
Wenn die Nachbarskinder fragten, wie man so klug wird, lächelte Thelesik und sagte: „Denkt immer mit dem eigenen Kopf. Und wenn ihr jemandem helfen könnt, dann tut es. Das Gute kommt zurück.“