Einmal im Winter ging ein Großvater durch den Wald. Er merkte nicht, wie sein großer Wollhandschuh in den Schnee fiel. Da lag er nun – weich und warm, ein richtiges kleines Häuschen!
Da kam eine kleine Maus gehüpft. Sie entdeckte den Handschuh und freute sich: „Oh, was für ein gemütliches Häuschen! Hier kann ich mich vor der Kälte verstecken.“ Die Maus kroch hinein, rollte sich zusammen und quietschte vor Glück. So schön warm!
Bald darauf hüpfte ein Frosch vorbei. Er war ganz durchgefroren und staunte über das seltsame Häuschen. „Quak, quak, wer wohnt denn da?“, fragte der Frosch. „Ich, die Maus! Und wer bist du?“, „Ich bin der Hupffrosch. Lass mich bitte auch herein, mich friert so!“, „Komm nur“, sagte die Maus. Der Frosch krabbelte in den Handschuh. Nun saßen sie zusammen: die Maus in einem Finger, der Frosch im anderen. Sie wärmten sich.
Plötzlich kam ein Hase angelaufen. Er zitterte am ganzen Leib, denn ihm war sehr kalt. „Wer wohnt in dem Häuschen?“, fragte der Hase mit leiser Stimme. „Wir, die Maus und der Frosch! Und wer bist du?“, „Ich bin der Haselauf. Darf ich auch hinein? Draußen ist es so kalt!“, „Krabbel nur herein!“, riefen die Tiere. Der Hase quetschte sich in den Handschuh. Es wurde ein bisschen enger, aber noch viel wärmer.
Dann kam der Fuchs. „Was für ein schönes Häuschen! Wer ist da drin?“, „Wir, die Maus, der Frosch und der Hase! Und wer bist du?“, „Ich bin der Fuchsschwester. Lasst mich auch herein, ich möchte mich wärmen!“, „Komm nur, es ist Platz da!“, sagten sie. Der Fuchs kroch vorsichtig hinein. Noch enger wurde es, aber alle waren zufrieden.
Auch der Wolf spürte den Handschuh auf. „Wer wohnt in diesem Häuschen?“, fragte er. „Wir – die Maus, der Frosch, der Hase und der Fuchs! Und wer bist du?“, „Ich bin der Wolfbruder. Es ist schrecklich kalt im Wald, nehmt mich auch auf!“ Die Tiere hatten ein wenig Angst, denn der Wolf war groß. Doch dann sagten sie: „Komm, wenn du Platz findest.“ Der Wolf schob sich vorsichtig hinein. Jetzt wurde es ziemlich eng, aber alle wärmten sich gegenseitig.
Und dann kam der große Bär. Er war so zottelig und schwer! „Wer lebt hier?“, brummte der Bär. „Wir alle – Maus, Frosch, Hase, Fuchs und Wolf! Und wer bist du?“, „Ich bin der Bär. Kann ich auch kommen?“ Die Tiere schauten sich an. Der Bär war riesig! Doch die Maus piepste leise: „Komm nur, Herr Bär! Zusammen wird es noch wärmer!“ Der Bär drückte und drückte, der Handschuh blähte sich auf, die Nähte knirschten. Aber alle Tiere zogen gemeinsam, und der Bär passte hinein!
Nun waren sechs Tiere im Handschuh. Eng, aber gemütlich und warm. Sie saßen und lächelten, froh, dass sie nicht allein waren.
Der Großvater bemerkte unterdessen, dass er seinen Handschuh verloren hatte, und kehrte um, ihn zu suchen. Da sah er etwas im Schnee wackeln, ging näher – und sein Handschuh prangte wie eine Kugel! Der Großvater lächelte, hob den Handschuh auf und schüttelte ihn leicht. Heraus purzelten die Tiere: Maus, Frosch, Hase, Fuchs, Wolf und Bär. Sie waren schon aufgetaut und liefen fröhlich in alle Richtungen davon.
Der Großvater zog seinen Handschuh an und ging nach Hause. Er ging und lächelte: Wie gut, wenn in kalten Zeiten jeder ein Plätzchen findet.