Es war einmal ein kleiner Stern. Er hieß Funkel und leuchtete hoch oben am Himmel. Jede Nacht schaute er auf die Erde hinunter und seufzte: „Wie gerne würde ich einmal dorthin reisen!“
Der Mond hörte ihn seufzen und lächelte. „Warte nur, Funkel. Deine Zeit wird kommen“, sagte er leise.
Unten auf der Erde wohnten Max und Lena. Die beiden Geschwister standen jeden Abend am Fenster und suchten nach einem Weihnachtswunder. Aber sie sahen nichts Besonderes. „Vielleicht gibt es gar keine Wunder“, sagte Lena traurig.
„Vielleicht suchen wir nur falsch?“, überlegte Max.
Es war der Abend vor Weihnachten. Funkel spürte auf einmal, wie es ihn sanft nach unten zog. Durch Wolken und Schneeflocken flog er direkt auf ein hell erleuchtetes Fenster zu.
Max und Lena saßen am geschmückten Tannenbaum. Plötzlich rief Lena: „Schau! Ein Stern!“ Vor ihrem Fenster schwebte ein kleiner goldener Stern und leuchtete so warm, dass das ganze Zimmer gemütlich wurde.
„Bist du echt?“, flüsterte Max.
Funkel zwinkerte fröhlich und tanzte um den Weihnachtsbaum. Sein Licht berührte die Spielzeugfiguren – und sie wurden lebendig! Der Schneemann lächelte, die Glöckchen klingelten von selbst, und die Papierhasen wackelten mit den Ohren.
Die Kinder schlossen vor Freude die Augen. Als sie sie wieder öffneten, saß Funkel ganz oben auf der Spitze des Baumes und leuchtete wie ein echter Himmelsstern.
„Danke“, flüsterte Lena.
Wofür?“, fragte Max verwundert.
„Dass du mit mir geglaubt hast“, lächelte Lena.
Funkel strahlte vor Glück. Er hatte seinen Platz gefunden – dort, wo man auf ihn gewartet und an ihn geglaubt hatte.
Bald schliefen die Kinder am Baum ein, eng umschlungen. Die ganze Nacht leuchtete Funkel leise und sanft über ihnen.
Der Mond schaute durchs Fenster und lächelte. Er hatte es gewusst.