Timko, der kleine blaue Traktor

Am Waldrand, neben einem großen Feld, stand ein kleiner blauer Traktor. Er hieß Timko. Jeden Morgen schaute er durch das Fenster seines Schuppens auf das goldene Weizenfeld.

Der Bauer Alexej kam jeden Tag aufs Feld und seufzte: „Oh, die Ernte ist so reich! Wir müssen schnell sein, bevor der Regen kommt.“

Timko wollte so gerne helfen. Aber er war klein, und die Mähdrescher waren groß und stark. Der Bauer nahm immer die großen Maschinen mit aufs Feld.

Eines Morgens hörte Timko aufgeregte Stimmen: „Der Mähdrescher ist kaputt! Was sollen wir nur tun?“

Da rollte Timko aus seinem Schuppen. Seine blaue Farbe glänzte in der Sonne. „Brumm-brumm! Ich helfe!“, brummte sein Motor.

Der Bauer Alexej lachte: „Du bist zu klein, Timko. Das schaffst du nie.“

Aber Timko fuhr trotzdem aufs Feld. Er zog einen Wagen voller goldener Körner nach dem anderen. Seine kleinen Räder drehten sich unermüdlich. Als die Sonne hoch am Himmel stand, hatte Timko schon fünf Fuhren geschafft.

Gegen Mittag kamen zwei Nachbarskinder, Anna und Katharina, zum Feld gelaufen: „Schau, der kleine Traktor arbeitet! Lass uns helfen!“

Sie sammelten die Ähren auf, die aus dem Wagen gefallen waren, und legten sie ordentlich zusammen. Dann kam der alte Opa Johann mit einer Schaufel, und Oma Hanna brachte einen Rechen.

Bis zum Abend war das ganze Feld abgeerntet. Das Korn lag in der Scheune – ein goldener Berg bis zur Decke.

Der Bauer Alexej streichelte Timkos warme Motorhaube: „Du hast angefangen, Timko, und alle haben gesehen, dass man helfen muss.“

In dieser Nacht stand Timko in seinem Schuppen. Sein Motor kühlte langsam ab. Draußen schien der Mond, und aus der Küche duftete es nach frischem Brot – Oma Hanna hatte schon den ersten Laib aus dem neuen Korn gebacken.

Timko schloss seine Scheinwerfer und schlief ein. Er träumte vom Feld – nun leer und bereit für den Winterschlaf. Im Schuppen war es warm und gemütlich.