Es war einmal ein kleiner Hund. Er hieß Fuchs und war ganz flauschig und rotbraun. Seine Pfötchen waren noch klein, aber sein Herz war riesengroß.
Eines Morgens sah Fuchs große Hunde. Sie zogen einen Schlitten voller Holz. „Wau, wau!“, bellten sie. „Wie stark wir sind!“ Fuchs staunte. „Ich will auch stark sein!“, rief er.
Er lief zu einem dicken Baumstamm. Er zog und zog – aber der Stamm bewegte sich kein bisschen. Da setzte sich Fuchs hin und weinte leise.
Da kam ein alter Hund namens Grau. „Warum weinst du, Kleiner?“, fragte er.
„Ich bin nicht stark“, schluchzte Fuchs. „Ich kann den Stamm nicht heben.“
Grau lächelte. „Versuch mal etwas anderes zu heben.“
Fuchs schaute sich um. Da lag ein kleiner Stock. Er nahm ihn ins Maul – und schon hatte er ihn hoch! Dann sah er einen Ball. Er stupste ihn mit der Nase – der Ball rollte davon!
Plötzlich hörte Fuchs ein kleines Mädchen weinen. Es war hingefallen. Fuchs lief hin und leckte ihm die Hand. Das Mädchen lachte! „Du bist so lieb!“, sagte es und streichelte Fuchs.
Dann fand Fuchs im Gras einen Schuh. Er brachte ihn seiner Mama. Die Mama freute sich sehr! „Was für ein flinker Hund du bist, Fuchs!“
Am Abend kamen alle Hunde zusammen. Die großen Hunde erzählten, wie sie das Holz gezogen hatten. Und Fuchs erzählte, wie er dem Mädchen und seiner Mama geholfen hatte.
Da sagte Grau: „Jeder kann etwas tun. Groß oder klein – das ist nicht wichtig. Hauptsache, man tut es.“
Die großen Hunde nickten. Einer sagte: „Ich konnte heute keinen Knochen unter der Bank hervorholen. Ich bin zu groß dafür.“
Alle lachten: „Fuchs, kannst du das?“ Fuchs schlüpfte unter die Bank – und da lag wirklich ein Knochen! Er holte ihn heraus.
„Hurra!“, bellten alle Hunde. Der große Hund tätschelte Fuchs mit der Pfote. „Du bist auch stark. Auf deine Art.“
Fuchs hüpfte vor Freude. Sein Schwänzchen wedelte fröhlich.
Am Abend lag Fuchs bei seiner Mama. Er war müde, aber glücklich. Mama leckte ihm übers Ohr. Fuchs machte die Augen zu und schlief ein. Er träumte, wie er allen half – den Großen und den Kleinen.
Über der Hundehütte leuchteten die Sterne. Eine stille Nacht umfing den Hof.